Leseprobe
Von Hyperventilierern und Hasenherzen
Über 66 Prozent der deutschen Haushalte verfügten 2005 über
einen Internet-Zugang. Auch bei der Silver Generation, der 50+ Generation,
steigt der Nutzeranteil Jahr für Jahr stetig an. Es kann eigentlich
nur aufwärts gehen. Rosige Zeiten für E-Commerce?
Auf der einen Seite locken Softwarehersteller mit der ultimativen
Problemlösung für E-Commerce, preisen Berater ihre Erfolgskonzepte,
sprechen zweifelsohne erfolgreiche Geschäftsmodelle für sich und
die Vermarktung im Internet.
Auf der anderen Seite müssen bei Unternehmen eine Vielzahl
von Gründen dafür herhalten, dass E-Commerce nicht funktioniert:
die Zielgruppe ist nicht ausreichend im Internet vertreten, "die
Leute" wollen nicht im Internet kaufen, "die Leute" suchen immer
den billigsten Anbieter. - Ohne Frage sind dieses Hemmnisse, aber
keine, die unüberwindbar sind.
Fakt ist: Oft sind Unternehmen in den Suchmaschinen nicht unter
den für die Kunden wichtigsten Schlüsselbegriffen zu finden. Und
ebenso oft liegen die Ursachen für das Scheitern von Unternehmen
im Internet in einer falschen Einschätzung des Mediums. "Das Internet"
ist nicht einfach ein weiterer Verkaufskanal. Das Internet ist,
was man daraus macht.
Für die einen bietet es eine Möglichkeit, sich zu präsentieren
und Kontakte herzustellen, für andere heißt es, Produkte über einen
Shop zu verkaufen. Wo Elektronik-Händler Conrad mit seinem Shop
erfolgreich ist, kann der traditionelle Versandhändler für Damen-
und Herrenbekleidung mit dem gleichen Modell im Internet scheitern.
Was den Erfolg im Internet ausmacht, ist selten die technische
Seite, manchmal das Marketing, oft aber die strategische Rolle des
Online-Marketings bzw. seiner Maßnahmen im Internet. Warum muss
ein Versandhändler, der gute Erfolge mit dem Verkauf über den Katalog
hat, aberwitzige Summen in ein neues Shopsystem pumpen, wenn die
Reduktion des Online-Kanals auf "Aufmerksamkeit erzeugen" und "Interesse
halten" die eigentlichen Stärken für ihn hätte ausmachen können?
Dann steht nämlich der Newsletter nicht unter dem Druck, Käufer
in den Shop zu locken, wo die Kundschaft widerwillig sich durch
zu langsam aufbauende Seiten hangelt anstatt entspannt durch einen
Katalog zu blättern.
Online-Marketing hat also auch immer etwas mit strategischen Entscheidungen
zu tun. Ganz pragmatisch heißt das: Welche Ziele kann ich mit welchen
Marketingmitteln erreichen. Was machen die Erfolgreichen richtig?
Wenn ein Unternehmensberater als Einzelunternehmer im zweiten Jahr
seiner Internetpräsenz genuin durch seine Website rund 30.000 Euro
Honorar-Umsatz erwirtschaftet, eine Telefonmarketing-Agentur etwa
70 Prozent der Umsätze direkt durch das Internetangebot erzielt,
dann sind das nur zwei Beispiele für erfolgreiche Konzepte, die
im wesentlichen auf sieben Prinzipien aufbauen:
1. Kundennutzen betonen
2. Aufmerksamkeit erzielen
3. Interesse aufrecht erhalten
4. Erlaubnis von Interessenten erhalten
5. Vertrauen erzeugen
6. Interessenten zu Kunden machen
7. Kundenloyalität erreichen
1. Kundennutzen: Was ist für mich drin?
Ich, ich, ich - ein (potenzieller) Kunde ist Egoist, und das ist
auch in Ordnung. Wenn ein Besucher auf die Website eines Anbieters
kommt, dann sucht er eine Lösung seines Problems. Er ist nicht vordergründig
daran interessiert, wie viele Kinder der Anbieter hat, wie lange
dieser gebraucht hat, um die Website oder das Produkt zu erstellen
und wie unendlich schwierig alles ist. Auch technische "Features"
sind uninteressant.
Die Schaffung eines Kundennutzen entsteht aus der Beobachtung des
Marktes und fließt in das konkrete Angebot ein.
2. Aufmerksamkeit - Währung in der Online-Welt
Noch stärker als die nicht-virtuelle Wirtschaft basiert die Internet-Welt
auf einer Aufmerksamkeits-Ökonomie. Der zuckende Zeigefinger an
der Maus ist angesichts der Angebotsfülle immer bereit weiterzuklicken,
wenn eine Website nicht binnen eines Augenblicks erkennbaren Nutzen
bietet.
Wer etwas verkaufen will, sollte auf seiner Website auf alles verzichten,
was Zeit kostet und nicht direkt zum Verkauf beiträgt. Es geht in
einem ersten Schritt darum, wie und mit welchen Strategien und Maßnahmen
die Aufmerksamkeit von Suchenden zu gewinnen ist. Es ist die erste
und (fast) alles entscheidende Hürde im Web, die es zu überwinden
gilt.
3. Aus Besuchern Interessenten machen
Viel Geld geht von den Werbegeldern der Unternehmen in den Bereich
"Aufmerksamkeit erzeugen". So lässt sich aus den Web- Statistiken
vieler Unternehmens-Sites durchaus eine hohe Besuchsfrequenz feststellen.
Doch es wird nichts oder nur wenig über die Website verkauft. Diese
Unternehmen vergessen, dass zwischen dem Aufmerksamwerden und dem
Kaufen noch einige Kommunikationsstufen liegen. Und diese werden
häufig zu Stolpersteinen.
Alle Welt propagiert Newsletter als Allheilmittel zur Bindung von
Interessenten und Kunden. Doch der Aufwand für gutgemachte Newsletters
ist hoch. Wie sieht ein guter Newsletter aus? Welche Formen gibt
es? Woher sind die Inhalte zu nehmen? Ein Unternehmen sollte jeden
Monat etwas Interessantes und Neues zu sagen haben.
Über Sinn, Unsinn und Frequenz von Newslettern ließe sich einiges
anführen. Es gibt genügend Gründe, die gegen Newsletter sprechen,
aber es gibt keinen guten Grund, den Dialog mit Interessenten und
Kunden nicht zu führen. Jedoch ist der Frage nachzugehen, welche
Möglichkeiten es noch gibt, Kontakt zu halten und für welche Zwecke
welche Mittel taugen?
4. Erlaubnismarketing - die limitierte Lizenz
Erlaubnismarketing, oder auch Permission Marketing, gilt unter
den Fachleuten als die einzige zukunftsfähige Form des Marketing.
Während es technisch kein Problem ist, viele Millionen E- Mailadressen
zu Vermarktungszwecken zu bekommen, ist es nicht nur ethisch eines,
sondern auch eine Entscheidung mit ökonomischen Folgen. Wer unerlaubt
E-Mails schickt, macht sich nicht nur strafbar, sondern muss auch
mit empfindlicher Gegenwehr von radikalen Verbraucherschützern rechnen.
Und diese Folgen sind für Unternehmen meist härter als eine Abmahnung.
Erlaubnis ist ein labiles Gut. Eine einmal gegebene E-Mailadresse
für den Bezug eines Newsletters berechtigt Sie nur zu eben diesem
Zweck des Newsletterversands. Sie sollten nicht versuchen, an Ihre
Newsletter-Abonnenten unvermittelt Verkaufsbriefe zu schicken.
5. Langsam Vertrauen aufbauen
Wer an vorderster Front verkauft, weiß, was es heißt, Vertrauen
zu gewinnen. Was im persönlichen Gespräch durch Gesten, durch spontanes
Reagieren auf Situationen erreicht werden kann, muss im virtuellen
Raum weitgehend systematisch organisiert werden.
Websites sind virtuelle Läden. Während wir für den Supermarkt eine
fast schon standardisierte Verkaufspsychologie haben, die besagt,
wohin die Käsetheke gehört und wohin die Zigaretten, wächst bei
der Architektur von Websites erst langsam die Akzeptanz, dass es
hier mehr als nur Seiten zu gestalten gibt.
Auf Websites sind viel mehr Prozesse zu steuern. Die einzelnen
Seiten spiegeln Teile der Prozesse nur wider. Für das Thema Vertrauen
heißt dieses, von der Angebotsgestaltung über die Information bis
zum eigentlichen Kauf müssen genügend Vorteile und Nutzen kommuniziert
werden, die den Besuchern Gründe für den Kauf dieses Produkts liefern.
Die Vertrauensbildung muss also auf verschiedenen Ebenen ansetzen
und miteinander verzahnt sein. Eine starke Produkt-Garantie alleine
reicht nicht aus, wenn ein Besucher in einem Shop-System nicht weiß,
ob er mit dem nächsten Klick bereits bestellt hat und wie er widerrufen
kann.
6. Interessenten zu Kunden machen
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Kundenbindung ist ökonomisch
günstiger als stets neue Kunden zu gewinnen. Beziehungsmarketing
ist daher der Schlüssel: Wie sind gute Kunden zu identifizieren,
wie sind sie zu halten, wie kategorisiert man A-, B-, C- Kunden?
Solche Fragen gilt es in diesem Zusammenhang zu lösen.
Eine systematische Kommunikation mit Aspiranten und Kunden ist
aufzubauen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollten Möglichkeiten
ausfindig machen, welche auch ohne große Anschaffung von Customer
Relationship Management-Systemen (also, den "richtigen", aber sündhaft
teuren) zu arrangieren sind.
7. Kundenloyalität erreichen
Möglichst viele loyale Kunden zu bekommen, sollte das Ziel einer
Marketing-Strategie sein. "Der Kunde" ist dabei nur ein vorläufiger
Endpunkt im Verkaufszyklus. Auf der Grundlage des Wissens über die
Kunden geht es in die nächste Runde.
Welche Angebote können den Kunden gemacht werden, damit sie sich
loyal verhalten? Mit welchen Maßnahmen kann Loyalität erhalten werden?
Um einen "Closed Loop" im Kundendialog zu schaffen, sind die vorhandenen
Informationen beständig fortzuführen und in die darauffolgende Kommunikation
einzubringen.
Erfolgreiches Online-Marketing ist ein dynamischer Prozess, der
trotzdem einem konzeptionellen und systematisch organisierten Kreislauf
unterliegt. Wo der Kreislauf nicht vorhanden ist, kann kein Erfolg
entstehen.
Noch unentschieden? Sie möchten noch mehr Leseproben? Die
gibt es frei Haus per E-Mail. Klicken Sie hier unten auf "Mehr
Infos"
Online-Marketing-Praxis.de, Karsten Büttner
Rostockstr. 2
23564 Lübeck
Fon +49 (0)451-61129920
Fax +49 (0)451-61129930
mailto:info@online-marketing-praxis.de
Was möchten Sie jetzt tun?
|